Historie

Über 70 Jahre Erfahrung aus einer Hand

Die Extruderentwicklung der Kuhne GmbH geht auf das Jahr 1949 zurück. Aus den Kriegswirren entstand damals der erste Ansatz zum Bau einer Maschine, die Kunststoffe aufschmelzen konnte. Für den Prototyp des Extruders wurde eine alte Drehbank benutzt, auf der man statt eines Werkstückes einen Zylinder aufschraubte. Über den Antrieb für das Werkstück wurde die Extruderschnecke angetrieben, die Beheizung erfolgte bereits über Heizbänder. Schnell entstanden daraus die ersten reinen Extruder, damals noch weitgehend für Profile und Rohre aus PVC, aber von 1952 an auch erste Anlagen für Platten und Blasfolien.

 Im Jahre 1959 übernahm Werner Battenfeld den Extruderbetrieb in Siegburg und gliederte ihn in sein damals weltweit tätiges Unternehmen ein. Der Name Battenfeld war seinerzeit weltbekannt für Spritzgussmaschinen, Extruder- und Textilanlagen.

 Der erste Geschäftsführer dieses Extruderwerkes war Walter Kuhne, der als Quereinsteiger nach dem Studium des Bauingenieurwesens die Extrusionstechnik bei Battenfeld weiterentwickelte. Zum Ende der 60er Jahre kam es wegen des rasanten Wachstums zu größeren finanziellen Problemen bei der Gruppe, was Walter Kuhne die Möglichkeit gab, über ein Management Buy Out das Eigentum an dieser Battenfeld Extruderfertigung zu übernehmen und das Unternehmen in die KUHNE GmbH umzufirmieren.

 In den Jahren darauf konzentrierte sich die KUHNE GmbH auf die Fertigung von Folienblasanlagen und Platten- sowie Flachfolienanlagen. Eine der ersten Blasfolienanlagen entstand bereits in den frühen 1950er Jahren, so dass in der Folgezeit jährlich ca. 20 Blasfolienanlagen – mit dem Battenfeld Logo, aber gebaut von späteren Kuhne-Mitarbeitern -  an Kunden weltweit ausgeliefert wurden.

 Auch bei den Plattenanlagen gab es bereits im Jahre 1956 Lieferungen an PC-Hersteller und die ersten Versuche mit PE-Platten. Im Tiefziehbereich, einem damals noch sehr jungen Anwendungsfeld, wurden in den 1960ern erste PS- und PVC-Anlagen geliefert.

 In den 1970er Jahren entwickelte die KUHNE GmbH unter anderem erste Coextrusionsanlagen für Milch- und  Streifenfolien, bei denen bis zu vier Extruder verschiedene Farben nebeneinander zu einer Blasfolie extrudierten.

 Mit der Platzierung der HDPE-Extrusion erreichte KUHNE in den 1980er Jahren einen weiteren Meilenstein. Von den meist auf rotierenden Plattformen gebauten Anlagen wurden über 500 verkauft. Parallel dazu wurden die ersten großen Stückzahlen von PS und PP Tiefziehfolienanlagen an Molkereien und deren Zulieferer verkauft. Bei Plattenanlagen gab es die ersten Großanlagen mit Arbeitsbreiten bis zu vier Metern und Dicken bis zu 30 Millimetern.

 Die 1990er Jahre wurden dominiert durch die großen Coextrusionsanlagen in der Blasfolie, aber auch durch die weiterentwickelten Mehrschichtadapter für Flachfolienanlagen. Leistungen wurden erhöht und Schichtdicken reduziert bei gleichzeitiger Verbesserung der Toleranzen.

Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends wurde die Zahl der jährlich gelieferten Folienblasanlagen und Anlagen mit über fünf und bis zu sieben Schichten deutlich erhöht. Im Bereich der Flachfolienextrusion wurde der Schnellläufer entwickelt – ein Konzept, welches die bisherigen Ausstoßleistungen mehr als verdoppelte, bei gleichzeitig kleineren, platzsparenden Extrudern. Ein weiteres Highlight in der Plattenextrusion waren zahlreiche Anlagen zur Herstellung von PKW-Kraftstofftanks. Die dafür notwendigen Kunststoff-Tankplatten werden extrudiert, verschweißt und in den Fahrzeugen namhafter Automobilhersteller eingesetzt.

Von 2010 bis heute installierte KUHNE mehr als zwanzig Flachfolienanlagen zur Herstellung von Kaffeekapseln. Das Herzstück dieser Maschinen, die in 6 verschiedenen Ländern produzieren, ist der von KUHNE patentierte Lamellenfeedblock. Er ermöglicht eine perfekte Schichtverteilung mit außergewöhnlichem Barriereeffekt und gleichzeitig niedrigsten Toleranzen. Smart Sheets hat den Feedblock dabei kontinuierlich weiter verbessert.

Im Bereich der High Speed Extrusion wurden bis 2018 über 500 Schnellläufer Extruder ausgeliefert. Neben den Standardgrößen 60 und 72mm gibt es inzwischen auch den 45er und 90er Extruder als High Speed Maschine. Bei hohen Dreh- und Ausstoßwerten sparen unsere Kunden Raum, Energiekosten und produzieren leiser dank der Wasserkühlung.

Bei KUHNE Plattenanlagen sind 50mm dicke Produkte längst Standard geworden. Auch das Randequipment wie das automatisierte Sägen, Fräsen oder Stapeln gehören zu den Kernkompetenzen.

Jedoch bleibt KUHNE erster Ansprechpartner auch im Sondermaschinenbau. So liefern wir jährlich zwei bis drei große Anlagen zur Herstellung von Geomembranfolien aus. Bei Nettobreiten von 8500mm, Ausstoßleistungen bis zu 4 Tonnen pro Stunde und Dickentoleranzen unter 1% können wir weltweit Kunden gewinnen.

Im speziellen Bereich der Extrusionsbeschichtung schließlich hat KUHNE die weltweit breiteste Anlage zur Produktion von gewebeverstärkten Folien geliefert. Hierbei werden das Gewebe und der Kunststoff inline zusammengebracht.

 Von 1949 bis heute produzieren so mehrere Tausend Anlagen der KUHNE Group weltweit und die Anzahl steigt weiter kontinuierlich. Dabei werden auch Innovationen wie das „Tripple-Bubble-Verfahren“ zur Herstellung biaxial gestreckter Folie mit hervorragenden Barriereeigenschaften und bis zu dreizehn Schichten sowie das „Water Quench-Verfahren“ mit einer Hochleistungswasserkühlung bei vielen Verpackungsarten weiterhin spürbare Veränderungen hervorrufen

 So wird eine Erfolgsgeschichte weitergeführt, die nach Beendigung des zweiten Weltkrieges mit dem Bau des ersten Extruders begann…